Berlin, 6. Dezember 2025
Forschungspreis Tinnitus und Hören
In diesem Jahr hat die Stiftung erneut zahlreiche Bewerbungen aus Deutschland und dem europäischen Ausland für den Forschungspreis „Tinnitus und Hören“ erhalten. Der Wissenschaftliche Beirat sichtete alle Einreichungen und kürte schließlich Dr. rer. nat. Konstantin Tziridis zum Gewinner. Der Postdoktorand und wissenschaftliche Mitarbeiter für neurobiologische Grundlagenforschung – Experimentelle HNO-Heilkunde an der HNO-Klinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erhielt die beste Bewertung für seine Forschungsarbeit „Eine Einzeldosis AC102 heilt Tinnitus bei lärmbelasteten mongolischen Wüstenrennmäusen durch Wiederherstellung der Band-Synapsen.“
AC102 ist ein vielversprechender neuartiger Wirkstoff der AudioCure Pharma GmbH, der möglicherweise die Haarzellen vor dem Absterben schützt und die Wiederherstellung der neuronalen Verbindungen vom Innenohr zum Gehirn (Synapsen) fördert. Nach erfolgreicher Phase-1-Studie wird AC102 aktuell in einer europäischen Phase-2-Studie bei Patienten mit Hörsturz getestet, wo er direkt ins Mittelohr injiziert wird und besser wirken könnte als z. B. Kortison.
Der Beirat betonte die herausragende wissenschaftliche und klinische Relevanz der Studie: “Besonders hervorzuheben ist die aktuell angelaufene Multicenter-Studie an Patienten mit plötzlicher Hörminderung, da die medikamentöse Behandlung dieser akuten Hörstörung und des plötzlich auftretenden Tinnitus bislang auf schwacher Evidenz beruht und dringend neue Substanzen geprüft werden müssen”, so Prof. Gerhard Hesse. Zudem lobte der Beirat die hohe Qualität der methodischen Durchführung sowie die interdisziplinäre Ausrichtung der Arbeit.
Die Geschäftsführerin der Stiftung, Gunhild Flöter, betonte im Rahmen der Preisverleihung die Hoffnung der Stiftung, mit dieser Auszeichnung einen weiteren Schritt hin zu einem wirksamen medizinischen Therapieangebot für Tinnituspatienten gemacht zu haben. Gleichzeitig dankte sie den zahlreichen privaten Spenderinnen und Spendern, die die Verleihung des Preises in diesem Jahr ermöglicht haben.
